Literatur

Schwefelkristalle aus der Schmelze in poalrisiertem Licht
Hier finden Sie eine Reihe von Büchern zu den verschiedenen Themen der Mikroskopie, die von den Mitgliedern des MKB genutzt und gerne weiter empfohlen werden.
Besprochene Titel auf dieser Seite:
Die mit einem gelb hinterlegten E gekennzeichneten Bücher sind für Einsteiger in das schöne Hobby der Mikroskopie besonders geeignet.
Mikroskopische Praxis
Botanik, Pflanzenanatomie etc.
Geologie
Histologie / Zoologie
Pharmazie
Protisten, Kleinlebewesen
Bildbände - Geschenkideen nicht nur für Mikroskopiker
Das große Buch der Mikroskopie
Bruno P. Kremer
Kosmos 2002,
317 Seiten und 583 Abbildungen, gebunden
ISBN 3-440-08989-4
Aktuell liegt ein redigierter Nachdruck von 2010 vor.
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Das Buch gehört griffbereit an den Arbeitsplatz jedes Hobby-Mikroskopikers. :-)
Bruno Kremer gibt in seinem Großen Buch der Mikroskopie genaue Anleitungen zur mikroskopischen Untersuchung der verschiedensten Objekte aus der belebten und unbelebten Natur. Die notwendigen Verfahren zur Gewinnung und Aufbereitung der Proben werde detailliert beschrieben und auch Hintergrundinformationen kommen nicht zu kurz. Ergänzt werden die praktischen Kapitel durch eine kurze Einführung zur Mikroskopie (ohne näher auf die konkrete Handhabung des Arbeitsmittels Mikroskop einzugehen) und eine Umfangreiche Beschreibung von mikroskopischen Arbeitsmethoden und Techniken. Ein Verzeichnis weiterführender Literatur ist ebenfalls vorhanden.
Die Beschreibungen regen zu eigenen Untersuchungen an und vermitteln das dazu notwendige Rüstzeug.
Kapitelübersicht:
- Aufbruch in kleine Welten (Einführung), 11 Seiten
- Erkundung der unbelebten Natur (Kristalle, Dünnschliffe, Schnee- und Reifkristalle, Kunststoffe etc.), 16 Seiten
- An der Schwelle des Lebens (Viren, Bakterien, Cyanobakterien), 17 Seiten
- Die Zelle und ihre Bestandteile (Bauplan der pflanzlichen und tierischen Zelle, Darstellung der Zellbestandteile), 29 Seiten
- Einzeller und andere Protisten (Ein Mal quer durch den Wassertropfen ...), 46 Seiten
- Pilze sind ein Reich für sich (Pilzmikroskopie von den einzelligen Pilzen bis zu den Großpilzen), 22 Seiten
- Pflanzen - kreuz und quer (Der Name des Kapitels ist Programm), 71 Seiten
- Von niederen und höheren Tieren (Ein wenig Histologie), 23 Seiten
- Methodisches und Techniken (Präparationstechniken, Objekte einschließen, Färbe- und Nachweisverfahren), 41 Seiten
- Literatur
- Adressen
- Register
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Mikroskopie im Alltag
Dieter Krauter
KOSMOS Franckh 1966,
5. Auflage,
128 Seiten und 121 SW-Abbildungen
kartoniert
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Ein Klassiker der mikroskopischen Literatur für den Hobbyisten - aber auch ein Kind seiner Zeit. Dieter Krauter schreibt für den "Liebhabermikroskopiker, der sein Steckenpferd gerne einmal praktisch anwenden möchte". Die Auswahl der Themen konzentriert sich daher auf alltägliche Materialien wie Lebensmittel, Textilien und Papier (aber auch Harn und Stuhl); Bakterien und Pilze nehmen einen recht breiten Raum ein. Das "Tümpeln" oder gefärbte Pflanzenschnitte werden nicht behandelt - wohl aber unterschiedliche Hölzer.
Zu allen Themen finden sich gute SW-Zeichnungen, die Erläuterungen zu den einzelnen Experimenten sind leicht verständlich und es werden immer umfangreiche Hintergrundinformationen gegeben. Abgerundet wird das Buch durch ein großes Kapitel zu den mikroskopischen Techniken, Literaturhinweisen und einem Sachregister.
Die Kapitel im Einzelnen:
- Untersuchung von Nahrungsmitteln (11 Seiten)
- Untersuchung von Genußmitteln (4 Seiten)
- Untersuchung von Hölzern (8 Seiten)
- Von den Zellen und Geweben der Tiere (8 Seiten)
- Untersuchung von Blut (8 Seiten)
- Untersuchung von Harn (4 Seiten)
- Untersuchung von Stuhl (5 Seiten)
- Untersuchung von Textilfasern (9 Seiten)
- Untersuchung von Papier (3 Seiten)
- Untersuchung von Bakterien und Pilzen (23 Seiten)
- Einiges über mikroskopisch kleine Schädlinge (11 Seiten)
- Hinweise zur mikroskopischen Technik (17 Seiten)

Mikroskopieren
Geräte - Objekte - Praxis
Werner Nachtigall
BLV Verlagsgesellschaft mbH 1994,
2. Auflage,
159 Seiten und zahlreiche Abbildungen
kartoniert
ISBN 3-405-14592-9
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Werner Nachtigall kombiniert in seinem Buch "Mikroskopieren - Geräte - Objekte - Praxis" ausführliche Kapitel zu den Grundlagen und der Bedienung des Arbeitsmittels Mikroskop mit einem großen Praxisteil, der die Präparation der verschiedensten Objekte zur Betrachtung unter dem Mikroskop beschreibt. Beide Teile nehmen in etwa den gleichen Raum ein. Die wichtigen Kontrastverfahren werden angesprochen und auch seltener beschriebene Themen wie das Erstellen mikroskopischer Zeichnungen sind enthalten.
Leider gibt es das Buch nur noch antiquarisch. Aufgrund seines Aufbaus und der Themenzusammenstellung wäre es gut geeignet, eine Unterrichtsreihe zum Thema Mikroskopie in Klassen der Sekundarstufe 1 zu begleiten, wenn denn ausreichend Exemplare zur Verfügung stehen.
Die Kapitel im Einzelnen:
- Das Mikroskop (11 Seiten)
- Optik (19 Seiten)
- Beleuchtung (16 Seiten)
- Mikrofotografie (14 Seiten)
- Zeichnen und Messen (4 Seiten)
- Pflanzenwelt (14 Seiten)
- Tierwelt (16 Seiten)
- Anorganische Strukturen (4 Seiten)
- Mikroorganismen des Wassers (36 Seiten)

Atlas of Stem Anatomy in Herbs, Shrubs and Trees 
Fritz Hans Schweingruber, Anett Börner, Ernst-Detlef Schulze
Volume 1
Springer 2011,
503 Seiten und über 2000 Abbildungen
gebunden
ISBN 978-3642116377
Vorgestellt von Jörg Weiß
Seit April 2011 liegt der erste Band dieses zweibändig ausgelegten Atlas' der Sprossanatomie der Kräuter, Büsche und Bäume vor. Der zweite Band soll im Laufe des Jahres folgen.
Nach einer kurzen erläuternden Einleitung folgt im vorliegenden ersten Band die monografische Darstellung der Anatomie des Sprosses und der Rinde von 1200 zweikeimblättrigen Pflanzenarten in 85 Familien.
Gezeigt werden mikroskopische Schnitte der Sprossgewebe anhand von vielen sehr guten Mikrofotografien, die die Besonderheiten der jeweiligen Familien und Arten aufzeigen. Erfasst sind viele verschiedene Pflanzen der gemäßigten Zonen von den Küstenregionen des Mittelmeers zu den alpinen Hochlagen. Aber auch Arten aus dem Kaukasus, den Rocky Mountains, den Anden, der afrikanischen und eurasischen sowie amerikanischen Trockengebiete, der subtropischen Vegetation der Kanarischen Inseln und der artischen Zonen Europas und Kanadas sind vertreten.
Zusammenfassend ein Werk, das es auch dem Hobbyisten erlaubt, die anatomischen Besonderheiten der Pflanzenfamilien in seinen eigenen Präparaten zu erkennen und zu interpretieren.
Seit Mitte September 2012 ist der angekündigte zweite Band des Atlas of Stem Anatomy in Herbs, Shrubs and Trees erhältlich:
Volume 2
Springer 2012,
414 Seiten und über 1500 Abbildungen
gebunden
ISBN 978-3-642-20434-0
Biologie der Pflanzen
Peter H. Raven, Ray F. Evert,
Susan E. Eichhorn
De Gruyter 2000, 3. Auflage
(Aktuell: 4.Auflage)
1032 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Tabellen, gebunden
ISBN 3-11-015462-5
(Aktuelle Auflage: 3-11-018531-8)
Vorgestellt von Jörg Weiß
Das Buch Biologie der Pflanzen von Raven/Evert/Eichhorn ist ein amerikanisches Lehrbuch im besten Sinne des Wortes.
Auch komplexe Sachverhalte werden über Diagramme und Schemazeichnungen eingänglich dargestellt. Zur Erläuterung der prägnanten Texte finden sich viele qualitativ hochwertige Aufnahmen (auch Mikroaufnahmen) und Tabellen. Besondere Themen werden durch Essays herausgehoben.
Wie der
Eschrich ist auch dieses Buch für den interessierten Laien verständlich aufbereitet.
Ähnlich wie das Lehrbuch der Botanik von Strasburger werden hier alle Aspekte des pflanzlichen Lebens behandelt. Für den botanisch interessierten Mikroskopiker eignet sich das Buch somit als Nachschlagewerk, um Themen detailiert nachzulesen oder aufzufrischen.
Die Biologie der Pflanzen besteht aus den Teilen:
- Einführung (16 Seiten, Kapitel 1)
- Die Pflanzenzelle (80 Seiten, Kapitel 2 bis 4)
- Bioenergetik (69 Seiten, Kapitel 5 bis 7)
- Genetik und Evolution (113 Seiten, Kapitel 8 bis 12)
- Formenmannigfaltigkeit der Organismen (301 Seiten, Kapitel 13 bis 22)
- Der Angiosperme Pflanzenkörper: Struktur und Entwicklung ( 123 Seiten, Kapitel 23 bis 27)
- Physiologie der Samenpflanzen (99 Seiten, Kapitel 28 bis 31)
- Ökologie (81 Seiten, Kapitel 32 bis 34)
- Erläuternde Anhänge z.B. über die notwendigen Grundlagen der Chemie, Glossar, Literaturverzeichnis, Bildnachweis und Register (129 Seiten)
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Farbatlas Pflanzenanatomie
Formen, Gewebe, Strukturen
Bryan G. Bowes
Parey Buchverlag Berlin, 2001
191 Seiten und 355 Abbildungen
gebunden
ISBN 3-8263-3379-9
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Der Farbatlas der Pflanzenanatomie von Bryan g. Bowes ist 1996 als "A Colour Atlas of Plant Structure" bei Manson Publishing ltd, London erstmalig erschienen und wurde 2001 von Gabriele Monshausen (Universität Bonn) übersetzt.
Hauptziel des Buches ist die Darstellung unterschiedlicher Pflanzengewebe in mikroskopischen Schnitten. Unterteilt ist es in acht Kapitel:
- Einführung
- Die Pflanzenzellen
- Histologie der Pflanzen
- Apikalmeristeme: Entstehung der primären Spross- und Wurzelgewebe
- Das grüne Blatt
- Die Sprossachse
- Die Wurzel
- Sexuelle Fortpflanzung
Zu den jeweiligen Geweben gibt es eine Einführung, die Aufbau und Zweck erläutert. Anhand der Abbildungsnummern wird im Text zur Veranschaulichung auf die nachfolgenden Bilder verwiesen. Alle Beispiele sind mit Bildern der jeweiligen Pflanzen, und wo sinnvoll mit Zeichnungen und REM-Aufnahmen hinterlegt. Der Atlas gibt somit einen Überblick über das Aussehen alle Pflanzengewebe und Zellorganellen (diese werden aufgrund ihrer geringen Größe in REM Aufnahmen gezeigt) im mikroskopischen Bild.
Die Photos stammen von Präparaten mit unterschiedlichen Färbungen und sind im allgemeinen von sehr guter Qualität, obschon es wenige nicht ganz so gut gelungene Ausnahmen gibt.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Flora Mobil
Schmeil-Fitschen
Quelle&Meyer, 2008 V1.0
3936 Abbildungen
CD
ISBN 978-3-494-01454-8
Vorgestellt von Jörg Weiß
Die Idee: Bilder aller wild wachsenden höheren Pflanzen Deutschlands in der Hosentasche und zwar auf Handy, Smartphone oder Tablet und damit eine visuelle Unterstützung bei der Bestimmung mit klassischer Bestimmungsliteratur wie beispielsweise "Flora von Deutschland und den angrenzenden Ländern" der gleichen Autoren.
Dazu bietet die erste Version von Flora Mobil jeweils 3936 Abbildungen in zwei Größen (die kleinere Auflösung für Geräte mit kleinem Bildschirm, die mit der Skalierung Probleme haben). Diese sind auf der CD wiederum doppelt vorhanden: einmal in einer Verzeichnisstruktur mit den Wissenschaftlichen Namen und einmal in einer Verzeichnisstruktur mit den deutschen Namen. Ein kleines Windows-Programm erlaubt das Kopieren der ausgewählten Verzeichnisbäume auf das jeweilige Mobilgerät.
Leider existiert keine Anwendung zum Zugriff auf die Bilder (mit Ausnahme des Windows-Programms, das auf dem PC auch einen Zugriff erlaubt). Dieser muss mit den Bordmitteln des verwendeten Gerätes erfolgen, was unter Umständen mühselig ist. Zumindest für Smartphones und Tablets wäre eine App wünschenswert, der man dann auch noch ein wenig Text zu den einzelnen Pflanzen mitgeben könnte.
Die Bilder selbst (in der Regel Fotos der lebenden Pflanze oder von Herbarmaterial, aber auch Zeichnungen) sind in der großen Auflösung brauch- bar, in der kleinen Auflösung ist der Nutzen aus meiner Sicht zweifelhaft.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Funktionelle Pflanzenanatomie
Walter Eschrich
Springer 1995
393 Seiten und 425 Abbildungen
gebunden
ISBN 3-540-59131-1
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
Eschrich geht in den Kapiteln
- Wasserversorgung,
- Wassertransport,
- Gaswechsel,
- Lichtwirkung,
- Transport von Nährstoffen,
- Blattdifferenzierung,
- Sekretion,
- Reizreaktion,
- Cambiales Wachstum,
- Statik und
- Reproduktion
auf die Funktion und den Aufbau der unterschiedlichen Pflanzengewebe ein. Die Texte sind nach meinem Empfinden mit einigen Grundkenntnissen im Botanikerlatein auch für einen Laien - wie mich - gut verständlich und sehr angenehm zu lesen. Jeder Aspekt wird zudem anhand von Zeichnungen, (Mikro)Fotos und/oder EM-Aufnahmen auch grafisch dargestellt (426 Abbildungen auf insgesamt 393 Seiten).
Die Beschreibungen und Abbildungen erlauben die Identifizierung der einzelnen Gewebearten in Pflanzenschnitten und vermitteln ein Grundwissen über den funktionellen Zusammenhang, ohne jedoch die Tiefe eines Lehrbuchs für Pflanzenphysiologie zu erreichen (keine Reaktionsgleichungen zu Stoffwechselvorgängen etc.).
Weiterhin liefert die Darstellung viele Anregungen, wo es im Pflanzenreich Interessantes zu entdecken gibt. Das Buch wird ergänzt durch ein umfangreiches Literaturverzeichnis und ein ebensolches Sachregister.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Grundkurs Pflanzenbestimmung
Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene
Rita Lüder
Quelle & Meyer 2006, 3. Auflage
(aktuell 4. Auflage 2009)
372 Seiten, gebunden
ISBN 3-494-01418-3
(4. Auflage: 3-494-01450-7)
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Rita Lüdgers Buch "Grundkurs Pflanzenbestimmung" ermöglicht für Neueinsteiger und angehende Botaniker - aber auch für bereits Geübte - auf einfache und praktische Art die Bestimmung der 550 häufigsten einheimischen Pflanzenarten. Der Bestimmungsschlüssel ist durchgehend farbig bebildert und nutzt die Methodik des Schmeil-Fitschen. Somit erlernt der Leser - oder hier besser der Anwender - den Umgang mit diesem Standardwerk.
Jeder Pflanzenfamilie ist eine kurze Erläuterung ihrer wichtigsten Merkmale mit farbigen Zeichnungen vorangestellt. In den Buchdeckeln sind Übersichtstabellen zu Blatt, Frucht und Blüte untergebracht. Durch sein handliches Format ist der Band immer zur Hand.
Zur Bestimmung von Bäumen und Sträuchern dient der Band "Grundkurs Gehölzbestimmung" (ISBN 3-494-01340-3) und auch das Reich der Pilze ist mit dem "Grundkurs Pilzbestimmung" (ISBN 3-494-01444-2) abgedeckt. Beide Bücher sind ebenfalls von Rita Lüder und in gleicher Aufmachung gehalten, wie der hier vorgestellte "Grundkurs Pflanzenbestimmung".
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Mikroskopisch-Botanisches Praktikum
Gerhard Wanner
Georg Thieme Verlag 2004, 1. Auflage
(aktuell: 2.Auflage 2010)
246 Seiten und 438 Abbildungen
kartoniert
ISBN: 3-13-440312-9
(Aktuelle Auflage: 3-131-49962-1)
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Gerhard Wanners "Mikroskopisch-Botanisches Praktikum" sticht aus der großen Anzahl Begleitbücher zum Botanischen Anfängerpraktikum in mehrfacher Weise heraus. Zum einen sind alle Versuche knapp aber prägnant beschrieben und mit Skizzen verdeutlicht, so dass sie sich leicht in der Praxis nachvollziehen lassen. Zum anderen werden die zu erwartenden Ergebnisse in sehr guten Mikrofotografien gezeigt. Wo notwendig, finden sich zusätzlich auch Zeichnungen, normale REM-Aufnahmen und/oder
Kryo-Brüchen.
Grundlagen und Funktionsweise des Lichtmikroskops werden beschrieben und durch ein Kapitel zur Elektronenmikroskopie ergänzt. Auch die zur Durchführung der Versuche benötigten Materialien und Reagenzien werden vorgestellt und es gibt ein Kapitel zur Erstellung von mikroskopischen Zeichnungen. Abgerundet wird das Buch durch ein Glossar und einen umfangreichen Index.
Da das botanische Anfängerpraktikum alle Pflanzenteile und Zellbestandteile mit Ausnahme der Fortpflanzungsorgane (Blüten, Früchte und Samen) abdeckt und das vorliegende Buch die Sachverhalte auch für den Laien verständlich beschreibt, ist es ein guter Einstieg in die botanische Mikrotechnik, den sich auch ein Anfänger ohne komplizierte Laborausrüstung erarbeiten kann. Die Schnitte werden aus der freien Hand mit der Rasierklinge erstellt - ein
Mikrotom wird nicht benötigt.
Praktisch: jedes Thema wird auf einer Doppelseite abgehandelt und das Buch bleibt durch sein Format aufgeschlagen liegen.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Moose unter dem Mikroskop
Prof. Jan Peter Frahm mit Bildern von Rolf-Dieter Müller
Archive for Bryology, 2013
40 Seiten und 42 Abbildungen
pdf
ISSN: 0945-3466
Vorgestellt von Jörg Weiß
Mit dem Sonderheft "Moose unter dem Mikroskop" (Special Volume 13) aus dem E-Magazine Archive for Bryology legen Prof. Jan-Peter Frahm (Text) und Rolf-Dieter Müller (Bilder) einen kleinen Band vor, der den Einstieg in den Mikrokosmos der Moose erleichtert, in dem er die grundlegenden Techniken darlegt, die Anatomie der Moospflanzen erläutert und Beispiele von im europäischen Raum häufigen Moosen bring.
Die Publikationen des 1994 gegründeten Archive for Briology unterliegen der
Creative Commons Attribution License 3.0 (CC-BY) und können so unbeschränkt genutzt und unabhängig vom Medium verbreitet werden. Die einzige Auflage der Lizenz ist die Nennung der Autoren.
In drei einleitenden Kapiteln werden die Präparation und den Bau der Laubmoose erklärt und in einem kurzen Abriss die Geschichte der histologischen Untersuchung von Moosen dargestellt, bevor sieben Moosarten näher vorgestellt werden. Kapitel über Kontrastierungsmethoden und das Sammeln von Moosen sowie ein Literaturverzeichnis runden das Büchlein ab.
Die Publikation kann in unserem
Downloadbereich kostenfrei heruntergeladen werden.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Pflanzenanatomisches Praktikum I
W. Braune A. Leman H. Taubert
Spektrum Akademischer Verlag 2009, 9. Auflage
368 Seiten und zahlreiche SW-Abbildungen
Taschenbuch
ISBN: 978-3-8274-2289-7
Vorgestellt von Jörg Weiß
Noch ein Praktikumsbuch? Ja, und es lohnt sich! Während die Stärke des
Mikroskopisch-Botanischen Praktikums von Gerhard Wanner auf der Praxisnähe (alles Wesentliche auf einer Doppelseite, die aufgeschlagen offen liegen bleibt) und der sehr eingänglichen Kombination aus Zeichnungen, sehr guten Mikroaufnahmen und Kryo-Schnitten liegt, geht das hier vorliegende Buch tiefer in die Theorie der Pflanzenanatomie und umfasst auch die Fortpflanzungsorgane der Pflanzen sowie die Darstellung der Zellteilung.
Eingangs wird eine gute Beschreibung und Anleitung zum Arbeitsmittel Mikroskop gegeben. Neben einem sehr ausführlichen Kapitel zu mikroskopischen Zeichnungen gibt es auch eines zu Mikrofotografien - allerdings ohne Betrachtung der aktuellen Digitaltechnik.
Im Hauptteil werden nach einem Abschnitt über den Aufbau pflanzlicher Zellen und ihrer Plastiden die Bestandteile (Organe) des Pflanzenkörpers behandelt. Jedes Kapitel innerhalb der Abschnitte wird an einer oder mehreren Beispielpflanzen dargestellt. Die Präparation ist ausführlich beschrieben, inklusive individueller Hinweise auf Fehlermöglichkeiten und deren Vermeidung. Es folgt eine umfassende Beschreibung der zu beobachtenden Strukturen, die durch gute Schwarzweiß-Bilder (Fotos und Zeichnungen) unterstützt wird. Am Anfang jedes Abschnitts findet sich zusätzlich eine theoretische Einführung zur Anatomie und Bildung der besprochenen Gewebe.
Den Abschluss bilden ein umfangreiches Methodenregister, ein Literatur- und ein Sachverzeichnis sowie Register der wissenschaftlichen und deutschen Pflanzennamen.
Ärgerlich ist angesichts des recht hohen Preises der vorliegenden Ausgabe die verwendete Taschenbuchbindung. So sperren die Deckel schon nach wenigen Tagen normalen Gebrauchs ...
Inhalt in Abschnitten:
Erster Teil: Technik
- Das Mikroskop, 9 Seiten
- Das Mikroskopieren (inkl. z.B. Präparation und Zeichnen), 21 Seiten
Zweiter Teil: Arbeiten am Objekt
Der Bau der Zelle
- Der Protoplast, 24 Seiten
- Nichtprotoplasmatische Bestandteile, 8 Seiten
Von der Zelle zum Organ
- Bildungsgewebe, eine Seite
- Dauergewebe, 12 Seiten
Der Bau der Organe
- Die Sprossachse, 84 Seiten
- Das Blatt, 51 Seiten
- Die Wurzel, 23 Seiten
- Fortpflanzung, 49 Seiten
- Mitose und Meiose bei Cormophyten, 17 Seiten
Methodenregister, 41 Seiten
Literatur, 4 Seiten
Sachverzeichnis, 13 Seiten
Register der Pflanzennamen, 5 Seiten
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Pflanzenleben
Anton Kerner von Marilaun
Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1896
2. Auflage
Band 1:
766 Seiten und 249 Abbildungen
Band 2:
778 Seiten und 263 Abbildungen
Halbleder
ISBN: -/-
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
In der ersten Auflage 1890 erschienen, ist das zweibändige Werk Pflanzenleben von Anton Kerner nur wenig jünger wie die Erstausgabe von Haber- lands
Physiologischer Pflanzenanatomie von 1884. Die vorliegende 2. Auflage wurde stark überarbeitet und erweitert und ist 1896 erschienen.
Der erste Band trägt den Untertitel "Gestalt und Leben der Pflanzen" und beschäftigt sich in den Kapiteln
- Das Lebendige in der Pflanze
- Die Aufnahme der Nahrung
- Die Leitung der Nahrung
- Die Bildung organischer Stoffe aus der aufgenommenen unorganischen Nahrung
- Die Wandlung und Wanderung der Stoffe
- Wachstum und Aufbau der Pflanze
- Die Pflanzengestalten als vollendete Bauwerke
mit der Physiologie und der Anatomie der Pflanzen allgemein.
Der zweite Band mit dem Untertitel "Geschichte der Pflanzen" und geht in den Kapiteln
- Geschichte der Pflanzenindividuen
- Geschichte der Arten
- Die Pflanze und der Mensch
auf den Lebenszyklus der Pflanzen, die Entwicklung der Arten und die Nutzung der Pflanzen durch den Menschen ein.
Dabei ist das Werk natürlich ein Kind seiner Zeit und stellt den damaligen Wissensstand dar. So waren die genauen Abläufe der Photosynthese noch nicht bekannt, das Thema wird somit im damals aktuellen Stand der Forschung beschrieben. Auch ist die im zweiten Band vorgenommene taxonomische Einordnung und Benennung der Arten heute oft nicht mehr korrekt. Interessant auch, dass sich das dritte Kapitel des zweiten Bandes neben den Nutzpflanzen und Pflanzen in Gärten auch mit Pflanzen "als Schmuck und Zierat" sowie mit der "Pflanze als Motiv in der Kunst" befasst - Themen, die man in einer aktuellen Ausgabe z.B. des Strasburger zu Recht nicht erwarten würde.
Somit als Lehrbuch veraltet, bietet die beiden Bände aber ein Fenster zum Wissensstand des ausgehenden 19. Jahrhunderts und sind ein schönes Beispiel für den Stil der wissenschaftlichen Literatur dieser Zeit. Wer also Interesse an einem solchen Einblick hat, ist hier gut bedient. Zumal die Bücher mit Farbtafeln, Holzschnitten und Zeichnungen sehr schön ausgestattet sind. Einen kleinen Eindruck dazu bietet die folgende Galerie mit Bildern einiger Seiten aus beiden Bänden.
Die Bücher sind antiquarisch noch recht gut erhältlich, allerdings zu variierenden Preisen.
Einige Beispiele zur Aufmachung von Anton Kerners Pflanzenleben
Physiologische Pflanzenanatomie
Gottlieb Haberlandt
Verlag von Wilhelm Engelmann 1924
6. Auflage
671 Seiten und 295 Abbildungen
Leinenbindung
ISBN: -/-
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
In seinem Buch "Physiologische Pflanzenanatomie", das in der ersten Auflage 1884 erschienen ist, hat Gottlieb Haberlandt erstmalig die Anatomie der Pflanzen vor dem Hintergrund ihrer Lebensfunktionen und Stoffwechselvorgänge beschrieben. Es wurde von ihm über 40 Jahre in 6 Auflagen ständig verbessert und erweitert, er hat es jedoch nicht mehr geschafft, eine zusammenhängende Darstellung der physiologischen Anatomie der pflanzlichen Fortpflanzungsorgane einzubringen.
Mit seiner vom damaligen Mainstream abweichenden Darstellungsform stand er z.B. im Widerspruch zu Eduardt Strasburger, der 1894 in erster Auflage das bekannte "Lehrbuch der Botanik" veröffentlichte.
Walter Eschrich deckt mit seiner
"Funktionellen Pflanzenanatomie" den Inhalt von Haberlandts Werk in moderner Form und zeitgemäßer Didaktik sehr gut ab, das "Original" bietet jedoch die Gelegenheit, den Stil der Lehrbücher in der Zeit um 1900 an einem damals hochaktuellen Thema zu erleben und bietet somit Lesevergnügen für viele lange Stunden.
Das Buch ist heute leider recht selten im Handel. Wer es in einem Antiquariat in gutem Zustand zu einem tragbaren Preis entdeckt, sollte bedenkenlos zugreifen.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Bonn und Umgebung
Führer zu naturkundlichen Exkursionen
Frahm, Froitzheim, Pretscher,
Sievers, Weddeling
Bouvier Verlag Bonn
1. Auflage 2010
167 Seiten und zahlreiche Abbildungen
Taschenbuch
ISBN: 3-416-03301-5
Vorgestellt von Jörg Weiß
Eigentlich handelt es sich hier nicht um ein Geologiebuch, sondern der Exkurionsführer beschreibt nach einer Einleitung zur Geologie, Vegetation und Tierwelt des Rheintals dreiundzwanzig Exkursionsziele zwischen Bonn und Andernach. Die meisten liegen im Rheintal, einige aber auch an Brohl und Ahr. Zu jedem Ziel gibt es Beschreibungen der dort anzutreffenden geologischen Formationen sowie der zu erwartenden Tier- und Pflanzenwelt. Auch die Anfahrt ist beschrieben und es gibt viele Übersichtskarten zur Orientierung.
Dann folgt jedoch keine Wegbeschreibung im Sinne eines geführten Rundwegs vorbei an all den Sehenswürdigkeiten. Nein, die Exkursionsteilnehmer sind aufgerufen, das jeweilige Gebiet selbständig für sich zu entdecken und Ausschau nach den beschriebenen Arten und Formationen zu halten.
Dazu bietet ein Anhang Unterstützung zum Beispiel bei der Ausrüstung und der Lokalisierung der Fundorte.
Hier kommen alle Naturinteressierten auf Ihre Kosten und natürlich finden auch Mikroskopiker hinreichend Material zum Tümpeln, Schneiden und Schleifen.
Zum Inhalt des Buches:
- Einleitung
Das Rheintal als Naturraum (12 Seiten)
- Exkursionsziele
Siebengebirge und Rodderberg (3 Ziele, 22 Seiten)
Die Rheinauen (9 Ziele, 57 Seiten)
Felsköpfe und Talhänge (9 Ziele, 43 Seiten)
Das untere Brohltal (2 Ziele, 10 Seiten)
- Anhang
Ausrüstung (6 Seiten)
Lokalisierung der Fundorte (eine Seite)
Dokumentation der Funde (eine Seite)
Links&Adressen (eine Seite)
Ergänzungen zum Buch mit
60 (!) weiteren Exkursionszielen finden Sie auf den
Seiten des Botanischen Arbeitskreises Bonn.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Das Dietzhölzetal-Projekt
Archäometallurgische Untersuchungen zur Geschichte und Struktur der mittelalterlichen Eisengewinnung im Lahn-Dill-Gebiet (Hessen)
Albrecht Jockenhövel
Christoph Willms
Verlag Marie Leidorf GmbH Rahden/Westf.
1. Auflage 2005
616 Seiten und 601 SW-Abbildungen
Buchbindung
ISBN: 3-89646-279-2
Vorgestellt von
Prof. Holger Adelmann
Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der mittelalterlichen Eisenverhüttung im Tal der Dietzhölze und der direkt angrenzenden Gebiete im Lahn-Dill-Bergland. Allerdings werden auch wichtige prähistorische Hüttenplätze beschrieben, wie z.B. ein faszinierender keltischer Kupfer-Verhüttungsplatz aus der mittleren LaTène Zeit, der älteste bekannte Platz seiner Art in der weiteren Umgebung.
Neben der ausführlichen Dokumentation einiger aus dem Gesamt- forschungsprojekt ausgewählter Hüttenplätze enthält das Buch auch viele allgemeine Einführungen zu frühen Techniken der Metallverhüttung und des Schmelzofenbaues. Auch eine kurzer Abriss der Landesgeschichte dieses Gebietes fehlt nicht. Diese Übersichten machen es ganz besonders lesenswert für den interessierten Laien und ermöglichen das Verständnis der Funde im technologischen sowie geschichtlichen Umfeld.
Wie bei einem wissenschaftlichen Werk dieser Klasse nicht anders zu erwarten, ist ein ausführliches und relevantes Literaturverzeichnis natürlich ebenfalls enthalten.
Zielgruppe:
Primär natürlich Archäologen und Spezialisten für Archäometallurgie, sowie Montanhistoriker.
Die einfache Darstellung der Fakten sowie die generellen Einführungen zur prähistorischen und historischen Metallverhüttung machen das Buch aber auch absolut lesenswert und verständlich für den interessierten Laien.
Ausstattung:
Das Buch ist in einem sehr hochwertigen, stabilen Leineneinband gebunden und der Text ist auf säurefreiem Papier gedruckt. Die sehr zahlreichen Abbildungen und Graphiken sind kontrastreich und scharf.
Fazit:
Das Buch ist nicht nur dem Archäologen bzw. dem Spezialisten für Archäometallurgie sehr zu empfehlen, sondern auch jedem interessierten Leser, der sich über die Anfänge der Metallverhüttung im Lahn-Dill-Bergland, einem europäischen Schlüsselgebiet der Montanindustrie, informieren möchte.
Die Qualität der Ausstattung und besonders der Grafiken des Buches sind hervorragend. Es macht Spaß darin zu lesen.
Dabei ist dieses Buch keine Anleitung für Raubgrabungen sondern soll als eine exzellente Dokumentation entsprechender historischer Bodendenkmäler verstanden werden.
Zur (verantwortungsvollen) Nachsuche der historischen Metallver- hüttungsplätze lassen sich die vielen recht detaillierten Fundplatzangaben zusammen mit entsprechenden topographischen Karten gut einsetzen.
Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben: Das Buch ist im Netz nicht einfach zu bekommen, kann aber vom Buchhandel oder direkt beim Verlag bestellt werden:
www.vml.de

GeoRallye - Spurensuche zur Erdgeschichte
Wighart v. Koenigswald,
Klaus-Frank Simon
Bouvier 2007,
ISBN 978-3-416-03196-7
Vorgestellt von Dr. Horst Wörmann
Einsteiger
Das Buch enthält eine Beschreibungen von Aufschlüssen, wie sie bei der jährlichen "Georallye" des Steinmann-Instituts gezeigt werden. Dargestellt werden zahlreiche geologisch interessante Örtlichkeiten, an denen man als Laie achtlos vorbeigeht.
Spannende Ausflüge für Familien, Schüler und Studenten mit genauer Wegbeschreibung und Kartendarstellung der Fundstellen. 34 Autoren des Steinmanninstituts der Universität Bonn aus den Fachbereichen Geologie, Paläonthologie und Mineralogie beschreiben die Aufschlüsse aus der Sicht Ihrer Fächer.
Gerader auch für Lehrer öffnet sich eine Schatztruhe allgemeinverständlicher Informationen, insbesondere für den Projektunterricht in allen Schulformen.
Weitere Fakten zum Buch und zur GeoRallye selbst finden Sie auf der Homepage der GeoRallye.

Microtectonics 
Cees W. Passchier, Rudolph A.J. Trouw
Springer, 1. Auflage 1998
289 Seiten, 245 Abbildungen
ISBN 3-540-58713-6
(Aktuell: 2. Auflage 2005,
erweitert, mit CD-ROM,
366 Seiten,
ISBN 3-540-64003-7)
Vorgestellt von Dr. Horst Wörmann
Die Mikrotektonik befasst sich mit der Interpretation kleinskaliger Deformationen im Gestein, wie sie lichtmikroskopisch am Dünnschliff zu beobachten sind. Das Lehrbuch zum Thema, „Microtectonics“, ist für fortgeschrittene Geologiestudenten in Verbindung mit einem praktischen Kurs gedacht. Es setzt umfangreiche Vorkenntnisse in der Geologie voraus; in englischer Sprache verfasst, ist es nur für Geübte flüssig lesbar – insbesondere auch wegen der englischen Fachbegriffe. Wer sich aber der Mühe unterzieht, dem erschließt sich eine ganz neue Welt in der Mikroskopie.
Die Autoren haben sich bewusst für schwarz-weiß-Fotos entschieden. Die Bilder sind kontrastreich und geben die wesentlichen Informationen gut wieder. Wer je versucht hat, Dünnschliffe mit ihren extremen Helligkeitsumfang in schwarz-weiß abzubilden, wird beeindruckt sein. Außerdem machen zahlreiche Grafiken die schwierige Materie anschaulicher.
Zum Inhalt des Buches:
1. Grundlagen, allgemeine Beschreibung von Mikrostrukturen und ihre
Bedeutung in tektonischen Studien.
2. Vereinfachte, nichtmathematische Grundlagen der Rheologie
und Kinematik
3. „Mechanismen der Deformation“. Veränderung der Korngrößen-
verteilung und Deformationsmechanismen: Rekristallisation,
Zwillingsbildung, Korngrenzenwanderung.
4. bis 7.: Beispiele für häufige Mikrostrukturen: Foliationen, Scherzonen,
Porphyroblasten und –klasten.
8. Strukturen, aus denen quantitative Daten abgeleitet werden können:
„Microgauges“ für Spannung, Druck, Temperatur.
9. Andere Methoden wie Elektronenmikroskopie, Bildanalyse und
Verwendung des Universaldrehtisches, Modellversuche an kristallinem
organischen Material: Schervorgänge direkt im Mikroskop zu verfolgen!
10. Probennahme im Gelände mit korrekter Lagemarkierung, Herstellung
von Dünnschliffen, Interpretation 3-dimensionaler Strukturen anhand
eindimensionaler Schliffe
11. Übungsaufgaben mit Lösungen
12. Glossar
Das Buch ist in der Bibliothek des Steinmann-Instituts einzusehen (nicht ausleihbar!).
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Vulkane im Siebengebirge
Fünf geologische Wanderungen
Irma Schmid, Nikolaus Froitzheim
Bouvier, 2. Auflage 2010
103 Seiten im handlichen Taschenformat
ISBN 978-3-416-03197-4
Vorgestellt von Dr. Horst Wörmann
Ein kleiner Wanderführer mit Kartenmaterial, in denen die geologischen Wanderwege markiert sind (sie stimmen nicht mit den Wegen den allgemeinen Wanderkarten überein!). Von allen beschriebenen Aufschlüssen im Gelände gibt es gute Fotos mit Beschreibung der geologischen Besonderheiten - man sieht nur, was man weiß!
Beschrieben sind auch die wichtigsten Gesteine und Mineralien. In "Exkursen" gibt es unter anderem Erläuterungen zum Vulkanismus, zur Entsehung der eigentümlichen sechseckigen Basaltsäulen und zur Entstehung des Siebengebirges. Ergänzt wird das Buch durch ein ausführliches Glossar.
Ein sehr empfehlenswertes Buch für den naturwissenschaftlich interessierten Bonner (und die drumrum)!
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Atlas der normalen mikroskopischen Anatomie
Max Clara, Kurt Herschel, Helmut Ferner
Urban&Schwarzenberg, 1974
411 Seiten, 415 Abbildungen
Leinenbindung
ISBN 3-541-06331-9
antiquarisch
Vorgestellt von Jörg Weiß
Der Atlas der normalen mikroskopischen Anatomie ist eine nach Organen geordnete Sammlung hervorragender mikroskopisch-histologischer Zeichnungen der menschlichen Anatomie die von Kurt Herschel anhand von Origi- nalpräparaten erstellt wurden. Er richtet sich an Mediziner und Studenten der Medizin und die Kapitelbezeichnungen und Fachbegriffe sind folgerichtig in lateinischer Sprache verfasst. Die Texte selbst liegen viersprachig vor: Deutsch, Englisch, Russisch und Spanisch.
Die Abbildungen der unterschiedlichen Körpergewebe sind aber auch für den interessierten Nichtmediziner ein Genuss.
In den folgenden Kapiteln sind alle menschlichen Gewebe in unterschiedlicher Gewichtung vertreten:
- Cavum oris
- Canalis alimentarius
- Apparatus respiratorius
- Apparatus urogenitalis
- Glandulae sine ductibus
- myocardium
- Vasa sanguinea
- Sanguis
- Lien
- Nodi lymphatici
- Systema osseum
- Cartilago
- Musculi sceleti
- Cutis et organa cutis
Leider ist der Atlas nur noch antiquarisch erhältlich.
Einige Beispielseiten zeigen die hervorragende Qualität der gezeichneten Abbildungen
Mikroskopischer Farbatlas pflanzlicher Drogen
Bettina Rahfeld
Spektrum Akademischer Verlag, 2009
307 Seiten, zahlreiche Fotografien
gebunden
ISBN 978-3-8274-1951-4
Vorgestellt von Mila Gräper-Noll
Ein wunderbares Buch für alle diejenigen, die schon immer wissen wollten, wie die Bestandteile eines Kräutertees unter dem Mikroskop aussehen. Der Mikroskopische Farbatlas beinhaltet über 140 doppelseitige Beschreibungen zu getrockneten Heilpflanzen (Drogen). Die Drogen werden nach dem jeweils verwendeten Organ präsentiert:
- Frucht-Drogen
- Samen-Drogen
- Wurzel-Drogen
- Rhizom-Drogen
- Rinden-Drogen
- Sonstige Drogen (z.B. Tang, Sandelholz)
Auf der jeweils linken Seite werden zu jeder Droge die Stammpflanze(n) und Familie genannt, es folgt eine makroskopische Abbildung inklusive der Beschreibung der jeweiligen Drogenbestandteile. Die Inhaltsstoffe werden ebenfalls erwähnt. Anschließend erfolgt die Beschreibung der mikroskopisch wichtigen Merkmale. Auf der rechten Seite werden Fotos mit diesen Merkmalen gezeigt.
Ein kurzes Kapitel beschäftigt sich mit den Basisfärbungen für mikroskopische Untersuchungen. Das schnelle Nachschlagen der verwendeten Fachbegriffe erleichtert ein Glossar am Ende des Buches. Die inneren Umschlagseiten zeigen schematische Übersichtszeichnungen zu den Organen und den darin vorkommenden Geweben.
Das Schöne an diesem Buch ist, dass die mikroskopischen Merkmale der Drogen hier als Farbfotos gezeigt werden und diese Abbildungen das wiedergeben, was der Betrachter beim Blick durch das Mikroskop sieht. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber Büchern, in denen die Merkmale nur anhand von Zeichnungen dargestellt werden und eine große Erleichterung sowohl für den interessierten Laien als auch bei der Verwendung in der Ausbildung.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Das Leben im Wassertropfen
Mikroflora und Mikrofauna des Süßwassers
Ein Bestimmungsbuch
Heinz Streble und Dieter Krauter
Kosmos 2006, 10. Auflage
(Aktuell: 11.Auflage)
429 Seiten, zahlreiche Abbildungen
gebunden
ISBN 3-44-010807-4
(Aktuelle Auflage: 3-44-011966-1)
Vorgestellt von Jörg Weiß
Einsteiger
Das Buch von Streble und Krauter erlaubt anhand von unzähligen Zeichnungen die Bestimmung der häufigsten Lebewesen der europäischen Mikroflora und -fauna.
Damit ist es kein Bestimmungsschlüssel im klassischen Sinne, sondern die einzelnen Arten werden - in Kapiteln klassifiziert - jeweils mit einem kurzen Text und einer Zeichnung vorgestellt. Damit besteht auf der einen Seite unweigerlich eine höhere Unsicherheit bei der Bestimmung, andererseits ist das Werk für jedermann ohne tieferes Vorwissen nutzbar.
Der Inhalt gliedert sich wie folgt:
- Einleitung
- Planktonfischen
- Kulturen
- Narkose, Fixierung, Färbung
- Einige kurze Anmerkungen zum Arbeitsgerät (Mikroskop und Kamera)
- Wassergüteklassen, Saprobiesysteme, Thropiestufen
- Systematik
- Beschreibungen zur Anatomie und Lebensweise von Kleinlebewesen nach Gruppen
- Bestimmungsteil nach Gruppen oder Stämmen
- Farbfototafeln
- Güteklassifizierung von Gewässern
- Literaturhinweise, Erläuterung von Fachausdrücken und Register
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Der Kosmos Algenführer
Süßwasseralgen unter dem Mikroskop
Ein Bestimmungsbuch
Linne von Berg, Hoef-Emden, Marin & Melkonian
Kosmos 2012, 2. Auflage
366 Seiten, zahlreiche Abbildungen
gebunden
ISBN 978-3-440-13173-2
Vorgestellt von Jörg Weiß
Während sich der bekannte "
Wassertropfen" mit der Flora und Fauna im europäischen Süßwasser befasst und anhand vieler Zeichnungen eine Bestimmung bis auf die Art erlaubt, beschränkt sich der Kosmos Algenführer bewusst auf 150 Gattungen häufiger oder wichtiger Süßwasseralgen.
Die Bestimmung erfolgt in zwei Stufen anhand farbiger Schlüssel mit Typzeichnungen. Im Beschreibungsteil folgen dann die einzelnen Gattungen jeweils auf einer Doppelseite. Links findet sich ein beschreibender Text, der die wichtigsten Informationen zur jeweiligen Gattung und oft auch Zeichnungen enthält und rechts eine Gruppe von Mikroaufnahmen, die in aller Regel verschiedene Arten der beschriebenen Gattung zeigen.
Zur Qualität dieser Mikroaufnahmen ist an anderer Stelle schon vieles gesagt und geschrieben worden. Meine persönliche Meinung ist, dass Aufnahmen im Hellfeld statt des verwendeten
DIK wohl dienlicher gewesen wären. Andererseits gibt es kein ähnliches Werk, das auch für den Laien besser zur Bestimmung der ausgewählten Gattungen europäischer Süßwasseralgen geeignet ist. Eine Bestimmung bis auf die Art ist nicht vorgesehen.
Interessant: es gibt auch ein Kapitel, das sich mit dem Ansatz und der Pflege von Algenkulturen befasst.
Der Inhalt gliedert sich wie folgt:
- Einführung (26 Seiten)
Zu diesem Buch; Was sind Algen?; Wo finde ich Algen?; Wie sammle und bestimme ich Algen?; Bedeutung der Algen; Algenforschung; Die Kultur von Algen
- Graphischer Bestimmungsschlüssel (18 Seiten)
Der zweistufige Schlüssel
- Abbildungen und Beschreibungen der Gattungen (300 Seiten)
Erläuterungen zu den 150 ausgewählten Gattungen
- Anhang (10 Seiten)
Systematische Liste der Gattungen; Verzeichnis der Themenboxen; Glossar
- Literaturverzeichnis (2 Seiten)
- Register (6 Seiten)
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Diatomeen
Päule Heck
Selbstverlag, 2011
141 Seiten, Bildband
broschiert
Vorgestellt von Jörg Weiß
Den Lesern unserer Seite ist Päule Heck schon als Fotograf der meisterhaften Diatomeen- und Radiolarienbilder in unserer
Galerie Diatomeen und Radiolarien bekannt. Nun hat er seine Arbeiten im Eigenverlag in einem broschierten Bildband herausgebracht. Auf 141 Seiten findet man hervorragende Aufnahmen von 283 fossilen und rezenten Diatomeenarten aus den unterschiedlichsten Herkunftsgebieten.
Um die notwendige Schärfe über die gesamte Diatomee zu erreichen, bestehen die Bilder aus bis zu 120 Einzelaufnahmen, die mit Helicon Focus gestapelt wurden. Entstanden sind die Aufnahmen auf einem Zeiss Amplival mit einer Canon EOS 550D.
Die Präparate stammen von Dr. Ralf Nötzel, Helmut Ullrich, Dominique Prades, Peter Höbel und Anke Korth.
Die Arten sind nach ihren wissenschaftlichen Namen alphabetisch angeordnet und in einem Register aufgeführt. So kann der Bildband nicht nur mit den wunderschönen Aufnahmen erfreuen, sondern auch als kleine Hilfe bei der Bestimmung eigener Funde dienen.
Wenn Sie Interesse an dem vorliegenden Buch haben, kontaktieren Sie uns bitte unter
info(at)mikroskopie-bonn.de. Wir stellen dann gerne den Kontakt zum Autor her.
Ein Blick ins Buch
Garden of Eden
Ein Garten Eden /
Un Jardin d'Eden
Meisterwerke der botanischen Illustration
Walter Lack
Taschen Verlag, 2008
(25 Jahre Taschen)
576 Seiten, Bildband
gebunden
ISBN 978-3-83650-302-0
Vorgestellt von Jörg Weiß
Basierend auf einer Ausstellung der Österreichischen Nationalbibliothek zeigt der vorliegende Bildband von Walter Lack zum 25. Jubiläum des Taschen Verlages einen Querschnitt der botanischen Illustration von frühbyzantinischer Buchmalerei über die meisterlichen Werke wissenschaftlicher Illustratoren aus dem 18. und 19. Jahrhundert bis zu modernen Rotationsdrucken aus unseren Tagen.
Nach einem Vorwort von Hans Marten (Generaldirektor der Österreichischen Nationalbibliothek) und einer Einführung des Autors folgen in chronologischer Reihenfolge Zeichnungen aus verschiedenen Werken botanischer Illustratoren. Dabei gibt es zu jedem Werk einen einleitenden und erläuternden Text.
Die Illustrationen selbst sind größtenteils farbig, großformatig und in bester Druckqualität wiedergegeben (das Format des Bildbandes ist 32,4 x 25,8 x 4,4 cm), alle Texte liegen dreisprachig in Deutsch, Englisch und Französisch vor.
Ein großes Register zu Orten, Personen, Pflanzen (wissenschaftlicher Name) und den Quellen (Büchern, Handschriften, Plakate etc.) rundet den Band ab.

Nanowelten
Die fabelhafte Welt des Mikrokosmos
Richard Jones
Frederking & Thaler 2009
207 Seiten, Bildband
gebunden
ISBN 978-3-89405-760-2
Vorgestellt von Mila Gräper-Noll
Dieser wunderschöne Bildband in der deutschen Übersetzung von Heike Brühl präsentiert rasterelektronenmikroskopische Naturaufnahmen in 200.000-facher Vergrößerung. Das Buch besteht aus zwei Teilen: das Thema des ersten Teils heißt „Nanoform", gezeigt werden Nahaufnahmen von Einzelzellen, Schuppen, Haaren, Zungen, Falten, Pollen und Sporen, Blättern und Extrusionen.
Das Thema des zweiten Teils lautet „Nanofunktion“. Hier werden Werkzeuge, Waffen, und Sinnesorgane von Pflanzen und Tieren hinsichtlich ihrer Funktion untersucht. Es geht um Stacheln, Röhren, Klauen, Saugnäpfe, Sinnesorgane, Schwänze, Fortpflanzungsorgane, Atmung und Sporenträger.
Bei dem Buch handelt es sich um einen Bildband, aber zu den einzelnen Unterthemen gibt es jeweils eine Einführung mit Erklärungen. Ein Glossar erleichtert das Nachschlagen von Fachbegriffen. Die Graustufen der rasterelektronenmikroskopischen Aufnahmen wurden geschmackvoll und farblich passend koloriert.
Die Fotos sind spektakulär und zeigen auf wunderschöne Weise die Faszination der Natur im Miniaturmaßstab.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Reise durch den Mikrokosmos
Reise durch den Mikrokosmos
Brandon Broll
National Geographic Deutschland 2007
424 Seiten, Bildband
gebunden
ISBN 978-3-86690-013-4
Vorgestellt von Mila Gräper-Noll
Die Reise durch den Mikrokosmos verspricht, die Welt durchs Mikroskop zu entdecken – bei 20facher- bis 22-millionenfacher Vergrößerung. Die Bilder sind größtenteils rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen, die mit Hilfe digitaler Technik koloriert wurden. Jeweils auf der linken Seite kann der Betrachter die Überschrift zum Objekt und eine Beschreibung lesen, auch die Vergrößerung wird angegeben. Auf der rechten Seite wird das Bild präsentiert.
Gezeigt werden über 200 spektakuläre Bilder, z.B. eine Ameise mit einem Mikrochip, eine Arzneistofftransportkapsel, Zellteilungen, Sinneshaare im Ohr, Nervenfasern, ein Nanoroboter in einer Arterie, Schneekristalle und so alltägliche Dinge wie Toilettenpapier oder die Oberfläche einer CD.
Der Inhalt gliedert sich in folgende Kapitel:
Vorwort
I. Mikroorganismen
II. Botanik
III. Der menschliche Körper
IV. Zoologie
V. Mineralien
VI. Technik
Zurück zum Inhaltsverzeichnis